TRANSHUMAN Ich bin Mensch. Meine Heimat ist die Erde. t4

Das Selbst kontrollierte alle Funktionen und Vorgänge, und da waren immer noch zwei große Lichter:

ein grosses Licht, das den Tag regierte, und ein kleines Licht, das die Nacht regierte, dazu auch die Sterne.

Das Selbst dachte an diese lange Zeit, in der die Raumfahrt weiterentwickelt wurde, in der Hoffnung Ressourcen im Weltraum finden zu können.

Das Problem der Schwerelosigkeit im All zeigte das Zerbrechliche der Menschen, die Knochen, die keine lange Schwerelosigkeit ertrugen.

Das war das größte Problem bei den langen Reisen im Raum, dass der Mensch in seiner Gebrechlichkeit keine langen Distanzen schaffen konnte.

Das Selbst, er, entstammte dieser Generation, die den Kosmos bereisten und Versuche ausführten, bevor die Wissenschaftler die rotierenden Raumschiff entwickelten, die eine Gravitation herstellen konnten und somit die Grundlage langer organischer Raumreisen bildeten. Das Selbst dachte daran und überprüft die Dauer seiner Reise im Kosmos. Auf dem blauen Planeten waren inzwischen 131 Jahre, sieben Monate, zwölf Tage, 11 Stunden, 39 Minuten und 12 Sekunden vergangen.

Und vor 140 Jahren drei Monaten sieben Tagen 18 Stunden 23 Minuten und 37 Sekunden schrie Guido leise auf, als Cyele den Nasenbeinbruch versorgte.

Es klopfte wieder an die Tür.

An der verzweifelten Stille des Geräusches und der tastenden Art erkannte der Freund den Hilfeschrei und öffnete wieder die Tür. Im Dunkeln hörte Guido, wie sich Menschen in die Wohnung schlichen, wieder das unterdrückte Keuchen und wieder brannte die Luft von dem Tränengas, das in der Kleidung der Neuankömmlingen in die Wohnung dünstete.

Guido presste Toilettenpapier auf das offene Fleisch im Gesicht und versuchte sein Hemd nicht zu bekleckern.

Die Wasserversorgung funktionierte schon Jahre nicht mehr, und seitdem die Mächtigen um die Ressourcen kämpften, das Wasser privatisiert hatten und über die Bilder der Angst das Gegeneinander züchteten, kämpften auch die Ohnmächtigen gegeneinander.

Nur kämpften sie um Wasserflaschen und Essen. Guido achtete sehr auf sein Hemd. Bei dem Wassermangel war Sauberkeit und Hygiene etwas zurückgetreten in der Wertigkeit und dem Anspruch. Trotzdem musste Guido am nächsten Tag pünktlich um 8:00 Uhr in der Bankfiliale stehen und höflich die Kunden bedienen.

Cyele half ihm das Hemd auszuziehen, um Verschmutzung zu verhindern, bis das Blut geronnen war. Ihre Augen brannten von dem Tränengas. Sie musste am nächsten Tag auch wieder in ihrer Versicherung sitzen, fröhlich und gut gelaunt. Die roten Tränen in den Augen würde sie mit ihrer Beziehung erklären, Streit und Stress.

Guido sah Cyele an, die sich im engen mit Menschen gefüllten Raum an ihn schmiegte. Ihre Augen verbanden sich und er gab Cyele einen langen zärtlichen Kuss