Mysterium, Texte aus den 80igern, 40jähriges vom Punk

mysteriöse Warnungen liegen auf den Baumstümpfen,

kriechende Spinnen,

Mutterliebe in Trockenpulverform, blendendes Ultraviolett geistert durch die Rennbahnen der Schulen und Universitäten, ausgemergelte Teilnehmer werden disqualifiziert,

Millionen Brote werden verbrannt wie die Erde,

unser Denken vernichtet Träume, wir müssen das Trockeneis brechen, nicht schmelzen,

traurige Gefängniswände drohen mit Bestrafung und Hohn;

die Deutschen schäumen vor Dialogen, die nichts sagen und an der Ursache vorbei flüstern, niemand hört auf niemand; hört doch auf die eigenen Leute; zischen die, die aufgegeben, ohne Wunsch, in die Maschine geboren wurden,

Drohungen von früher, meinen es verlogen, aber ernst. Menschenjagd im Wohlstandsstaat,

was können die noch mit dir machen, sie können dich verschleppen, vergewaltigen, schänden, foltern, sie können dich umbringen, aber wir sind ja zivilisiert, keine Angst, sie isolieren dich, sie spritzen dich voll Drogen, sie stehlen dir das Tageslicht,

sie stehlen dir Körperkontakt, sie schenken dir eine Videokamera, oben in der Ecke installiert ohne toten Winkel, sie nehmen dir das Leben und ernähren deinen Körper, sie sind zivilisiert, und du bist ohnmächtig.

Du bist voller Wut und sie berechnen sie, sie kalkulieren deinen Anfall und nehmen dich fest, sie haben die Maschinen und du deinen Traum,

sie machen es für Geld und du machst es umsonst, sie sind Zuhälter, aber du gehst auf den Strich; Verständigung gibt es nicht.

Soziale Grundstöcke, Chemical Mace für alle die Polizei, ein politischer Faktor, Schlägerbanden gehen neben dir, unter dir, deine Freunde werden beerdigt, Schatten provozieren in der Nacht,

nur das Lachen noch nicht ganz eingefroren,

staatliche Drogen werden aus Sicherheitsgründen bald, oder sind sie schon eingeführt, wahllos die Zäpfchen der Gesellschaft, jodeln,bewusstlos, ohne Geist; Destruktion mit Vernunft

JODELN

 

Transhuman. Ich bin Mensch. Meine Heimat ist die Erde.

t7

Und alles war gut.

Das Selbst erwachte in der altgewohnten Wirklichkeit. Es kommunizierte mit der Frau der Raumfahrtbehörde.

Es war natürlich nur ein Computer. Es waren die üblichen Meldungen, Geschichten von der Erde.

Alles wie gewohnt.

Das ‚Selbst war ja verbunden mit und durch die virtuelle Realität. Es gab keinen Unterschied zu den Informationen früher weit im All.

Dennoch verspürte das Selbst noch etwas anderes.

Irgendetwas betraf das reduzierte ich in dieser künstlichen Wirklichkeit. Es wusste nichts. Doch es war auf eine fast vergessene Art unruhig. Diese Unruhe, die Erinnerung an ein früheres Leben, ein körperliches Selbst.

Es versuchte die Außenkamera des Raumschiffes einzuschalten und bemerkte dabei, dass ihm virtuelle Bilder vorgespielt wurden.

Es dauerte eine Zeit, bis das Selbst die Sicherungen umgangen und aufgebrochen hatte. Es schaltete die Kamera ein, als sein Auge, und empfand diese Stille.

Der Himmel war leer, keine Flugobjekte, keine Funksprüche, kein Lärm.

Der Himmel war leer.

Das Selbst stutzte. Es bewunderte die Klarheit des Himmels, die blaue Farbe, das Strahlen der Sonne, die Sonne, die es so lange nicht gesehen hatte, die Sonne, die noch mehr gelöschte Erinnerungen eines gesicherten alten Backups in das Bewusstsein speiste.

Das Selbst schaltete die Mikrofone ein.

Es gab keine Geräusche!

Die Mikrofone hatte eine hohe Auflösung. Es konnte damit in den Himmel horchen. Es hörte den Wind in den Bäumen. Es hörte Tiere. Rascheln ,Laute.

Die Kameras erforschten Wald, Berge, Flüsse, Seen, Wald,Wiese, aber es gab keine Häuser, keine Straßen, kein Menschen.

Es erhöhte die Auflösung, nichts, kein menschliches Werk, kein Mensch.

Nichts.

Guido öffnete Cyele die Tür. Cyele war erschöpft, ihre Haare zerzaust, die Kleidung voller Flecken und ihr Ärmel und Schulter ihrer Kleidung war zerrissen.

Ihre Nase blutete.

Guido nahm sie in den Arm. Cyele fing an zu weinen.

Drück mich „, sagte sie zu Guido.

Er drückte sie zärtlich.

Fester“, flüsterte Cyele.

Guido drückte fester und auf einmal brach Cyele in Weinen aus.

Das Schluchzen schüttelte ihren Körper.

Ich habe es gehört“, schluchzte sie.

Guido sah sie verständnislos an.

„Was?“, fragte er.

Ich habe es gehört!“

„Was denn Zoe?!!“

Den Knochen! Ich habe gehört, wie der Arm gebrochen ist!“

Sie schluchzte wieder auf.

Guido fragte erschrocken.

Was?“

Er sah bei Cyele nichts.

„Den Arm, ich hab’s gehört!“

Cyele erzählte Guido, was vorgefallen war. Von der Schlange, der Menschenmasse, dass unfähige Aneinandergedrücktsein,

von der Gier und der Selbstsucht,

wie die Frau fiel, und niemand ihr half, und Cyele ihr auch nicht helfen konnte, so verschachtelt in der Menge.

Sie sah die Schuhe, die auf die Frau traten, und den einen Tritt, bei dem es das hässliche Geräusch gab.

Dieses trockene Knacken.

Transhuman. Ich bin Mensch.Meine Nation ist der Planet

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Sehet, es wurden uns gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde, alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen, aber allen Tieren auf Erden und allen Vögeln unter dem Himmel und allen Gewürm, das auf Erden lebt ist grünes Kraut zur Nahrung gegeben.

Auf dem Nachhauseweg sah Cyele eine lange Schlange von Menschen. Ohne zu überlegen, stellte sie sich an. Irgendetwas gab es schon.Ihre Augen waren noch immer gerötet. In ihrer Arbeit hatte sie die Version des Beziehungsstreites erzählt und Mitgefühl, Mitleid und Häme geerntet.

Sie hörte von der Frau, die vor ihr stand, dass es Wasser gäbe und sogar Gemüse.

Cyele freute sich, Guido schwächelte, sie wusste ihrer beiden Ernährung, war wie die aller inzwischen eine ungesunde Mangelernährung.

Der Abend senkte sich über die Stadt. Es wurde langsam milchiger und dunkler.

Die Menschen in der Schlange wurden ungeduldige und unruhig.

Als der Lebensmittellaster aus der Ausfahrt kam, fingen sie an zu drängen.

Auch Cyele drückte nach vorn.

Es gibt bald nichts mehr!“ rief eine Frau.

Mit diesem Ruf löste sich die Schlange auf, alle drückten nach vorn, aus der Form der Schlange wurde eine hin und herwogende Fleischkugel.

Menschen schrien und rückten immer stärker nach vorn.

Cyele wurde von den hinteren Menschen immer stärker nach vorn gedrückt.

Sie konnte sich nicht mehr bewegen, wurde hin-und hergedrückt.

Cyele bekam keine Luft mehr.

Sie versuchte nur noch aus dieser sich hin und herschiebenden Masse zu bekommen

Vor ihr fiel eine Frau, doch niemand half ihr.